SCOPIA H.264-SVC Frequently Asked Questions

1) SVC - Was ist das?

Bei Scalable Video Coding (SVC) handelt es sich um eine Technik, einen Video Stream in mehrere Layer zu unterteilen, wodurch Auflösung, Bildqualität und Bildwiederholrate skaliert werden.

2) Worin bestehen die maßgeblichen Vorteile einer SVC-Lösung?

Der Vorteil liegt in der verbesserten Immunität bei Übertragungsfehlern, was zu einer spürbaren Verbesserung der Bildqualität beiträgt. Dies macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn keine hohe Bandbreite garantiert werden kann, wie z.B. bei der Nutzung des Internet.

3) Ist SVC standardisiert?

Die Erweiterung des H.264 Standards in Bezug auf die Unterstützung von multi-layer Videostreams wurde als Standard verabschiedet und ist als H.264-SVC bekannt. Endgeräte die H.264-SVC unterstützen können daher miteinander kommunizieren und profitieren von der erhöhten Immnunität gegenüber Übertragungsfehlern. Jedoch befinden sich bestimmte Teilbereiche des SVC-Standards noch in der Entwicklungsphase, sodass derzeit noch keine vollständige Interoperabilität gewährleistet werden kann. Hiervon betroffen sind z.B. die Fehlertoleranz bei Verwendung des SIP-Protokolls und RTP.
Bis zur Ratifizierung eines Standards in diesem Bereich kann es zu abweichenden Entwicklungen bei den unterschiedlichen Herstellern von VC-Endpunkten kommen.

4) Warum ist SVC den bestehenden Technologien in diesem Bereich, z.B. IPLR oder Polycom-PLR überlegen?

Die Bildqualität eines Standard H.264 Streams ohne Fehlerkorrektur nimmt rapide ab sobald ein Paktetverlust von mehr als 1% erreicht wird. Die bisher etablierten Verfahren zur Fehlerkorrektur (IPLR und Polycom-PLR) können nur Paketverlustquoten bis zu 5% ausgleichen. Diese Verfahren können in 2 Hauptkategorien unterteilt werden: "Protective Coding" und "Correction Codes".
Beim sogenannten "Protective Coding" (verwendet Standard H.264) verwendet einen bestimmten Bitanteil bei der Kompression für die Redundanz; dadurch verringert sich die Effiziez der Kompression und es kommt zu einer verminderten Bildqualität bei höherer Fehlertoleranz. Beim "Correction Codes" Verfahren wird eine Fehlerkorrektur ohne Qualitätsverlust realisiert, die dann auf Kosten der Bandbreite und Latenzzeiten bei der Übertragung geht.
SVC nutzt durch die Layerstruktur die Vorteile beider o.g. Verfahren, d.h. die Bildqualität leidet nicht, obwohl keine höhere Bandbreite benötigt wird.
Es wird bei Netzwerken ohne QoS eine spürbar bessere Bildqualität erreicht. H.264-SVC erreicht selbst bei Paketverlustquoten bis zu 50% eine hohe Bildqualität bei einer Erhöhung der Bandbreite um weniger als 10%.

5) Wo liegen die Nachteile bei der Verwendung von SVC?

Das Hauptproblem liegt darin, das SVC nicht interoperabel zu den derzeit bestehenden VC-Standards ist. Deshalb ist für eine Einführung von SVC-Endpunkten in hybriden VC-Netwerken die Verwendung von SVC-AVC Gateways erforderlich. Alternativ kann auch eine SVC-fähige MCU verwendet werden. Beide Verfahren zeigen spürbare Performance- und Qualitätsunterschiede. Die Verwendung von SVC-Gateways kann zu einem Qualitätsverlust bei der Anbindung von von Standard-Endpunkten (non-SVC) kommen; da dies für den größten Teil der derzeit vorhandenen Endpunkte zutrifft, ist diese Lösung derzeit der falsche Ansatz. Bei SVC-fähigen MCUs (wie bei den MCUs von Radvision) wird die Bildqualität älterer Endpunkte nicht negativ beeinträchtigt. Neue SVC-fähige Endpunkte können problemlos angebunden werden.

6) Welche Pläne hat Radvisio bezüglich der zukünftigen Entwicklung von SVC?

Radvision implementiert SVC sowohl in den Desktop- als auch in den Infrastruktur-Produkten. Es ergibt durch H.265-SVC eine spürbare Verbesserung der VC-Qualität; dies kann man durchaus mit der Verbesserung der Bildqualität vergleichen, die seinerzeit mit der Einführung von H.264 einherging (im Vergleich zu H.263 Systemen).
In den nächsten Monaten wird Radvision ein neues Release seiner Desktop VC-Software freigeben, die VCs mit gemischten VC-Hardware- und Softwareendpunkten gestattet.

7) Arbeiten die Radvision SVC-Produkte mit älteren Standard-Raumsystemen und Telepresence-Endpunkten zusammen?

Ja. Die SVC-Implementierung von Radivision gestattet den Betrieb von hybriden VC-Netzwerken. Es können SVC-fähige und nicht SVC-fähige Geräte an derselben Konferenz teilnehmen, wobei letztere einfach mit H.264 bzw. H.263 eingebunden werden. Dahingegen nutzen die SVC-fähigen Geräte die Vorteile des H.264-SVC-Standards.

8) Handelt es sich bei der Radvision-Implementierung um einen Standard, ist eine Kombination mit SVC-Lösungen anderer Hersteller möglich?

Die Implementierung von Radvision entspricht dem H.264-SVC Standard und es wird durch ständige Weiterentwicklung dafür Sorge getragen, dass stets eine bestmögliche Interoperabilität zu allen gängigen VC-Lösungen gewährleistet ist.


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